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Der Personalvorstand von morgen

Wie sich HR‑Führungskräfte auf den Wandel vorbereiten

Weltweit sehen sich Unternehmen immer wieder mit Wellen der Transformation und Disruption – politischer, sozialer, demographischer oder technologischer Art – konfrontiert. Auch CHROs und andere Führungskräfte in den Bereichen Human Resources werden dadurch gezwungen, neue Ansätze und Lösungen zu finden, um ihre Unternehmen und insbesondere ihre Mitarbeiter sicher durch die Turbulenzen bringen können. Der Bruch mit dem Vertrauten bietet ihnen aber auch die Gelegenheit, zu prüfen, wie sich ihre eigene Rolle weiterentwickeln muss. Dazu hat Spencer Stuart 20 Personalchefs aus der gesamten EMEA-Region befragt, um in Kombination mit langjähriger Beratungserfahrung herauszufinden, wie der CHRO im Jahr 2025 aussehen könnte. In der Diskussion offenbarte sich rasch ein Konsens unter den Befragten.

Unternehmen sehen sich zunehmend mit grundlegenden Veränderungen konfrontiert, die immense Anforderungen an die bewährten Prozesse im Bereich Personal stellen: feste Arbeitsplätze werden mehr und mehr von Alternativen wie Co-Working Angeboten oder Home Office verdrängt, Privat- und Berufsleben verschmelzen zusehends und die Virtualisierung der Arbeitswelt nimmt weiter zu. Zusammen laufen diese Fäden beim CHRO, der angesichts dieser Entwicklungen sein Kompetenzportfolio erweitern und verändern muss, um weiterhin seine Führungsaufgaben im Bereich Personal- und Talentmanagement bewältigen und gleichzeitig als Wegbegleiter und Leuchtturm die (Weiter-)Entwicklung der Unternehmenskultur begleiten zu können.

Worin sich die befragten Personalchefs einig sind: Wenn der CHRO auch in fünf Jahren noch in der C-Level-Liga mitsegeln möchte, wird er sich zunehmend durch unternehmerisches Denken, technologische Expertise sowie Kommunikations- und Verhandlungsgeschick auszeichnen. Als isolierter Faktor wird ihm das nicht gelingen; Als strategischer Partner des CEOs muss der CHRO mit der Geschäftsführung an einem Strang ziehen und tiefgreifendes Verständnis für die Interessen aller Stakeholder entwickeln und einbringen. Dazu gehört auch, radikale Veränderung von traditionellen Geschäftsmodellen und Arbeitswelten zu identifizieren und den CEO im Umgang mit der Frage, was dieser Wandel für das Unternehmen bedeutet, zu beraten. Technikbewusste, geschäftsorientierte CHROs des Jahres 2025 werden versuchen, die Flexibilität in ihren Unternehmen zu beleben und zu fördern, indem sie Hierarchien abbauen und Prozesse rationalisieren.

Hierfür ist Pioniermentalität im Bereich Digitalisierung unerlässlich. Der CHRO der Zukunft wird vermehrt Datenauswertungen und -analysen nutzen und sich ein umfassendes Verständnis der verfügbaren Werkzeuge und digitalen Strategien aneignen müssen, um seiner Rolle langfristig gerecht zu werden. Dabei bieten neue Technologien auch neue Möglichkeiten: Nicht nur tragen sie der wachsenden Nachfrage nach Effizienz Rechnung, sondern eröffnen auch alternative, zeitgerechte Wege in den Bereichen Recruiting und Mitarbeiterbindung, zum Beispiel durch den vermehrten Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Entscheidend für den langfristigen Erfolg des Unternehmens ist nicht zuletzt die Unternehmenskultur. Diese zu formen und pflegen ist aus dem Aufgabenfeld des CHROs nicht wegzudenken. Dafür muss er nicht nur mit CEO und Vorstand ein enges Vertrauensverhältnis pflegen, sondern auch ein Gespür für die vorhandene Unternehmenskultur mit all ihren Feinheiten mitbringen, um diese gegebenenfalls adaptieren und Veränderungen vorantreiben zu können. Dafür sind emotionale Intelligenz und Soft Skills wichtig: Der Faktor Mensch wird auch in Zukunft entscheidend im Bereich Human Resources sein. Solidarität, Einfühlungsvermögen, zwischenmenschliches Verständnis und die Fähigkeit zu unabhängigem, objektivem Denken sind nach wie vor wesentlich für die Glaubwürdigkeit jeder HR-Führungskraft. Nur wenn sich die CHROs den Herausforderungen der heutigen Zeit stellen und weiterentwickeln, werden sie auch morgen mit ihrer Rolle auf Erfolgskurs sein.

Die 10 Merkmale, die den CHRO der Zukunft auszeichnen:

    1. Soziale Kompetenz: Bei Human Resources geht es um Menschen. Integrität, Einfühlungsvermögen, Verständnis und objektives Denken sind nach wie vor wesentlich für die Glaubwürdigkeit jeder HR-Führungskraft.

    2. Kommunikations- und Verhandlungsgeschick: Der CHRO muss in der Lage sein, auf allen Ebenen seines Handelns Klarheit, Vertrauen und Souveränität zu vermitteln.

    3. Unternehmerisches Denken: HR-Verantwortliche sind als strategische Partner für die Geschäftsführung wertvoll. Sie sollten deshalb auch wirtschaftliches Denken mitbringen sowie ein klares Verständnis dafür, wie ein Unternehmen Geld verdient.

    4. Offenheit gegenüber neuen Technologien: Sicherheit im Umgang mit Daten und modernen Technologien sowie eine offene Haltung gegenüber dem Beitrag, den sie für ein Unternehmen leisten können, sind für den CHRO von morgen unverzichtbar.

    5. Ausgezeichnetes Netzwerk: Ein gut vernetzter Personalchef verfügt über ein breites Spektrum an Kontakten sowohl innerhalb als auch außerhalb seiner Organisation. Er weiß, dass seinem Netzwerk beim Management von disruptiven Faktoren eine entscheidende Rolle zukommen kann.

    6. Strategisches Denken: Geschäftsmodelle, aber auch Arbeitsplatzmodelle verändern sich radikal. Der HR-Verantwortliche muss für den CEO ein vertrauenswürdiger Berater im Umgang mit der Frage sein, was dieser Wandel für das Unternehmen bedeutet.

    7. Innovationsmotor: Der CHRO muss ein Gespür dafür haben, wie die „New Work“ das Arbeitsleben von morgen umkrempelt und die erforderlichen Fähigkeiten im Bereich Change-Management mitbringen, um Innovationen rechtzeitig zu erkennen und voranzutreiben.

    8. Bewusstsein für die Unternehmenskultur: Der CHRO muss nicht nur mit der Geschäftsführung ein enges Vertrauensverhältnis pflegen, sondern auch ein Bewusstsein für die Unternehmenskultur mitbringen, um diese – bei Bedarf – in die richtigen Bahnen lenken zu können.

    9. Erfahrung im internationalem Umfeld: Wer im Ausland gelebt oder gearbeitet hat, bringt meist ein erhöhtes Maß an Anpassungsfähigkeit und eine Prise Neugierde mit – charakterliche Facetten, die auch Vorstände bei einem CHRO zunehmend zu schätzen wissen.

    10. Gespür für Talent: Die Anforderungen an die Fachkräfte von morgen werden immer komplexer. Herausragende CHROs besitzen ein gutes Auge für junge High-Performer, pflegen enge Partnerschaften mit externen Organisationen zum Zwecke des Wissensaustauschs und setzen sich aktiv für die Förderung vielversprechender Talente ein.

Den kompletten Artikel in englischer Sprache finden Sie unter: CHRO 2025: How leaders are preparing for change.

2018 befragte Spencer Stuart in Zusammenarbeit mit der Hochschule Aschaffenburg erstmalig CEOs & CHROs/Global HR Heads von DAX-Unternehmen zu den gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen eines Personalvorstandes, der Zukunft des Personalbereichs in 2025+ sowie dem Profil eines idealen CHROs. Die gesamte Studie und die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen können Sie hier nachlesen: https://www.spencerstuart.de/research-and-insight/der-personalvorstand-der-zukunft